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Rolf Ohst

Rolf Ohst

Rolf Ohst

Dr. Stefanie Lucci – Kunsthistorikerin/Redaktion

Glänzende Fleischberge wie in einer Wursttheke übereinander geschichtet, körperliche Massen, die an Rollbraten erinnern, speckige Leiber, die wie gerupfte Hühner aussehen. Rolf Ohst’s Faszination für immense Fleischlichkeit und deren spezielle Präsentation lässt sofort Roald Dahl’s bitterböse Erzählung Schwein wach werden, in der ein zurückgezogen lebender Vegetarier in die Stadt kommt, Fleisch lieben lernt, um flugs selber verwurstet zu werden. Wenn da nicht zusätzlich die dezidierten Motive wären, die Rolf Ohst der Kunstgeschichte entleiht.

Ob Botticelli’s Geburt der Venus, Giorgiones Venus in einer Landschaft oder Tizians Venus in bürgerlichem Interieur über die Akte von Rubens, Rembrandt, Manet, Renoir, Modigliani, Matisse bis hin zu Cézanne oder Corinth, Rolf Ohst zitiert sie alle. Dabei übersteigert er barocke Fülle ins Extrem, malt Botticelli’s Venus in anmutig zitternder, schüchterner Fettleibigkeit und platziert seine Figuren gerne am Meer vor dramatischen barocken Wolkenhimmeln, die ebenfalls die Seestücke der Niederländer lebendig werden lassen, wobei die Figuren im Duktus der Klassischen Moderne gehalten sind. Wenn er dann auch noch eine ruhende fette Schönheit, die stark an einen gestrandeten, nach Luft schnappenden Wal erinnert, mit Edward Munch’s berühmtem Schrei betitelt, ist das Sampling perfekt. Rolf Ohst gelingt es, respektlos, frech und humorvoll in bester Tradition an die Aktmalerei anzuknüpfen und sie in Zeitgenossenschaft zu überführen

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